Ein Wald für die Larkstreet Lumber Co.
by Chris Ott-Ackermann

Einführung

(Mausklick zum Vergrössern der Bilder)

Bereits in einem früheren Clinic habe ich mich über die "Unsitte" der Flaschenputzer-Tannen geäussert und mit den Materialien, resp. den Bausätzen von Canyon Creek Scenics von Pete Vassler aus Hillsboro OR/USA, auf realistische Modeltannen hingewiesen.

In der Zwischenzeit habe ich weiter nach Methoden und Materialien gesucht. In einem alten Modelrailroader der 80er Jahre fand ich einen Artikel von Malcolm Furlow, in dem er die Verarbeitung von Caspia, zur Herstellung von schönen und grossen Modelltannen, aufzeigt. Diese Technik habe ich nun verfeinert und für den Massstab der Spur 0 resp. 0n30 angepasst. Die folgenden Bilder, mit entspr. Hinweisen, sollen dazu beitragen, selber solche Modelle herstellen zu können.

Bemerkungen:
Eine Tanne (Konifere) ist nicht einfach eine Tanne. Davon gibt es, vor allem in den USA, viele Arten. Eine Wanderung durch Waldgebiete, ausgerüstet mit Fotoapparat und mit offenen Augen ist hilfreich. Wir wollen ja im Modell die Wirklichkeit nachbilden!

Das Herstellen einer mittelgrossen Tanne im Massstab 1:48 (Spur 0n30) bedeutet ca. 15 Stunden Arbeit und einen Materialaufwand von ca. Fr. 15.--. Dabei entsteht ein Modell von ca. 55 bis 65 cm Höhe, was in der Realität einer Tanne von ca. 26 bis 31 m entspricht.

 

Welche Materialien werden benötigt?

  • Caspia (Limonium ferulaceum). Erhältlich beim Floristen. Es handelt sich um ein Limonengewächs, welches von den Floristen für Trockengestecke Verwendung findet. Die Vorkommen liegen in Süditalien, Südspanien, Griechenland und im Südwesten der USA. (Bild 1)
  • Mittelhartes Balsaholz für den Stamm. Erhältlich im OBI, Coop-Hobby oder Modellbaugeschäft, mit einem Querschnitt von 1x1cm oder 1,5x1,5cm. (Bild 2)
  • Etwas weicheres Balsaholz für den Strunkbereich mit einem Querschnitt von 3 x 3cm Bild 2)
  • Diverse Farben (z.B. Wasserfarben für den Stamm, matte Sprayfarben für die Grundierung des Caspias)
  • Streumaterial von Woodland Scenics, Noch etc.
  • Haarspray oder Mattlack aus der Dose zum fixieren des Streumaterials.
 

Die Arbeitsschritte.
Am Anfang steht die Herstellung des Stammes.

  • Balsaholzleiste auf die gewünschte Länge zuschneiden. Für den Strunkbereich benötigen wir ein ca. 10 cm langes Stück, welches wir mittels Dübel und Leim am Stamm befestigen. (Bild 3)
  • Mit dem Japanmesser die grobe Form, inkl. Strunkbereich zuschneiden. (Bild 4)
  • Mit einer groben Holzraspel oder mit einem Sägeblatt die Rindenstruktur "eingravieren". (Bild 5)
  • Am unteren Ende ein Loch bohren und mit Sekundenkleber einen Nagel einleimen, dessen Kopf vorher abgesägt wurde.
  • Stamm mit einer wässerigen Farbe (dunkelbraun bis dunkelgrau) streichen und etwas trocknen lassen. Die Farbe soll sich vor allem in den Vertiefungen der Rindenstruktur festsetzen. (Bild 6)
  • Stammoberfläche mit rel. dicker Farbe (rotbraun bis grau) behandeln, indem man die Farbe mit einem Tuch, welches um den Zeigefinger gewickelt ist, bestreicht, ohne Druck zu geben. Damit wird nur die Oberfläche eingefärbt, ohne dass Farbe in die Vertiefungen gelangt. So entsteht eine sehr plastisch wirkende Rindenstruktur. (Bild 7)
 

Vorbereitung des Caspias

  • Die gut getrockneten Caspiazweige aufteilen in kleine, für die Modelltanne geeignete Äste und allenfalls Entfernen der Blüten mit einem harten Pinsel. (Bild 8)
  • Aufstecken der vorbereiteten Äste auf einen Sagexklotz, Besprühen der Äste mit Kleber ( Mattlack oder Haarspray), Beflocken mit Streumaterial. (Bilder 9 und 10)
 

Montage der Tanne

  • Oben an der Spitze, mit kurzen Ästen beginnen, indem man mit einem feinen Bohrer (< 1 mm) Löcher in den Stamm bohrt und die Äste, mit etwas Sekundenkleber, fixiert. (Bild 11)
  • Nach unten fortfahren, dabei länger werdende Äste verwenden. Es ist auch zweckmässig einen grösseren Bohrer (1,5 mm) zu verwenden und jeweils zwei Äste in das Loch zu stecken, um ein dichteres Astkleid zu bekommen.
  • Mit der Dichtheit der Äste variieren. Je nach Standort der Tanne im Wald bilden sich je nach Situation auf der einen Seite mehr Äste als auf der anderen. Gegen unten nimmt die Dichtheit in der Regel ab, da diese Äste weniger Licht bekommen.
  • Im untersten Teil der Tanne hat es meistens keine Äste mehr, allenfalls noch abgestorbene Reste. (Bild 12)
  • Am besten schaut man sich in der Natur um. Bildmaterial hat es im Internet zu Hauf.

Der Tanne "Leben einhauchen"

  • Als letzter Arbeitsschritt wird die Tanne nochmals leicht beflockt. Um der Tanne mehr "Tiefe" zu geben kann auf der unteren Seite dunkleres Material verwendet werden als oben.
  • Tanne mit Mattlack oder Haarspray besprühen und die Beflockung durch Streuen von oben aufbringen. Ev. mehrere Schichten aufbringen, bis die Dichte der Realität entspricht.
  • Am Stamm, im unteren Bereich, allenfalls "Moos" anbringen.

Die fertigen Tannen
In einer kleinen Photomontage (Bild 13 und 14) sind die fertigen Koniferen abgebildet.